Filmabend mit Diskussion „Schwarz und deutsch – Die Geschichte der Afrodeutschen“

29. November 2021 | Neuigkeiten

»In England sagen sie: „We are here because you were there.“ Also: „Wir sind hier, weil ihr dort wart.“ Und das ist schon ein ganz wichtiger Teil der Antwort. Die Verantwortung, die die hiesige Gesellschaft übernehmen muss für das, was in der Geschichte passiert ist.«, berichtet Katharina Oguntoye in „Schwarz und deutsch – Die Geschichte der Afrodeutschen“.

Schwarz und deutsch sein – das geht für viele trotz des Bildes des weltoffenen Einwanderungslandes immer noch nicht zusammen. Frauen und Männer aus vier Generationen erzählen ihre bewegenden, aufrüttelnden, stolzen Geschichten. Der Film verbindet sie zu einer Geschichte von Rassismus, Überleben und Selbstbehauptung. 

Am 25. November präsentierten wir im Rahmen der Weltwechsel-Wochen die Dokumentation „Schwarz und deutsch – Die Geschichte der Afrodeutschen“ vor, die im Juni 2021 veröffentlich wurde. Im Anschluss durften wir unsere Gästinnen zu einer Online-Podiumsdiskussion begrüßen.
Eröffnet wurde die Runde durch die Filmemacherin Brigitte Kleine. Sie berichtete uns von ihrer Wahrnehmung Schwarzer Menschen in ihrem Umfeld aus Kindheitstagen und vom Entstehungsprozess des Films. Als eine der Hauptprotagonist*innen daran beteiligt war Abenaa Adomako, deren Familiengeschichte in mehreren Sequenzen aufgegriffen wurde. Sie gab uns einen Einblick, welchen Umgang ihre Familie mit den Erinnerungen pflegte und verdeutlichte, dass ihre Auseinandersetzung mit dieser erst mit der Gründung von Schwarzen Communities tiefgreifend begann.
Die dritte Gästin auf dem Podium war Alicja Orlow, Projektleiterin des RAA-Projektes perspektywa – Zusammenleben und Beteiligung stärken. Sie wuchs zweisprachig in der polnischen Grenzregion auf der Insel Usedom auf. Ihr eigenes Schwarzsein war aufgrund der Grenznähe und familiären Perspektiven erst mit der Black Lives Matter-Bewegung stärker für sie greifbar geworden.
Zuletzt stellte Anna Alers die Initiative Rostock Postkolonial von Soziale Bildung e.V. aus Rostock vor. Die Multiplikator*innen des Projekts machen postkoloniale Bezüge in alltäglichen Zusammenhängen sichtbar und machen sich für die Aufarbeitung von rassistischen und kolonial-verherrlichenden Inhalten stark.
Eine anschließende offene Fragerunde gab allen Teilnehmer*innen die Chance, ihre Fragen loszuwerden und zu diskutieren.

Wir danken dem Publikum für die rege Teilnahme und den Gästinnen für die lebendige Gestaltung der Diskussion! 

 

Mitmachen!

Du interessierst dich für die Angebote von Klappe auf!? Du hast Lust auf ein Filmprojekt? Du hast in deinem Leben Rassismus erfahren und möchtest dich mit anderen Jugendlichen mit ähnlichen Erfahrungen in einem sicheren und vorurteilsfreien Umfeld austauschen? Wir bieten Workshops für Jugendliche und geben Hilfestellung für Pädagog*innen zu antirassistischer Bildungsarbeit.

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